Einundzwanzigster Oktober Zweitausend acht, Zwölf Uhr dreiunddreißig

Nun sind es schon sechs Wochen seit ich hier in Grenoble angekommen bin und mich auch schon ausgesprochen gut eingelebt habe.

Wie schon erwähnt, wohne ich in einem Mädchenstudentenwohnheim im Stadtzentrum. Hier kann man sich so richtig wohl fühlen.

Wenn man sich an das Treppensteigen gewöhnt hat und daran, dass man nicht genügend Platz zum Unterbringen seiner Kochutensilien in der Gemeinschaftsküche hat, ist es hier echt super.

Wir sind ca. 80 Mädchen und es ist dementsprechend relativ einfach Freunde zu finden, bzw. sich seine Sprachkenntnisse in jeglicher Hinsicht aufzubessern.


Morgens bin ich jedoch leider ziemlich oft alleine, da meine Arbeit sich eher auf den Nachmittag und Abend beschränkt. Die Zeit nutze ich jedoch um entlang der Isere joggen zu gehen, auf den zahlreichen Märkten einkaufen zu gehen, oder meine Grupen vorzubereiten.


Momentan ist das nicht so einfach, da unser Internet nicht funktioniert. Aber wo ich schon beim Thema Arbeiten bin; ich arbeite zweimal die Woche im „L'Echoppe“. Das ist eine Teil des Diakonats. Wir werden von der Bank Alimentair, größeren Supermärkten und teilweise auch von der EU mit Nahrungsmitteln beliefert, die wir dann an Leute weitergeben, die aus unterschiedlichsten Gründen finanziell benachteiligt sind. Mittwochs nachmittags wird dann große Laster entladen, sämtliche Waren werden gezählt und es wird runter gerechnet wie viel jede Familie bekommt. Die Sachen werden dann Mittwochs zum größten Teil schon in Kartons für jeweils 1-8 Personen gepackt und Donnerstags kommen dann Früchte und Gemüse, sowie Brot und andere Backwaren hinzu.


Das heißt also Mittwochs Kisten schleppen, und Donnerstags früh aufstehen. Unsere Mannschaft besteht aus ca. 20 Freiwilligen, davon sind 15 etwas ältere Frauen. Meine Vorgängerin hat sie dann liebenswerter Weise 'Grannies' getauft. Das passt auch ganz gut, jedoch: Auch Grannies können manchmal echt giftig sein, besonders unter sich und widersprechen gibt es auch nicht .

Wir haben aber noch einige starke Männer, zB Jeff, er kommt aus Kalifornien und ist hier irgendwie gestrandet. Aber das ist nicht meine einzige Möglichkeit Englisch zu sprechen. Es gibt zB. Noch Allison. Sie ist waschechte Britin, und spricht ein bezauberndes Britisch Englisch. Mit ihr war ich letzte Woche in einer Schule für Hoteliers essen. Die Köche, Kellner und co. waren noch im ersten Lehrjahr und unser 'Serviteur' noch etwas unbeholfen mit seinen 15 Jahren. Es ist ja auch nicht fair, wenn die ganze Zeit der Oberkellner hinter einem steht und sich Notizen mach. Unser lieber Junge hat mich alle drei Minuten zum Lachen gebracht. Sei es dadurch, dass er ein halb volles Wasserglas hoch heben wollte und es dabei geschafft hat, sich dessen Inhalt über zu leeren, oder als er die Quiche beim Schneiden über den halben Tisch geschleudert hat. Aber, das ganze hat meine Muscheln im Kohlmantel auf Weißweinsoße nicht weniger delikat schmecken lassen. (Nein, zum Gourmet werde ich hier nicht, dass ist in einem Studentenwohnheim einfach unmöglich)


Also, das ist ein Teil meiner Arbeit, Essen ausgeben und von Leuten aus der Gemeinde zum Essen eingeladen werden. Leider wurde mir mein Termin heute abgesagt. Ich hatte mich schon so drauf gefreut. Bei diesem Ehepaar war ich nunmehr schon vier mal. Wir essen immer zusammen und danach lernt Angelique noch mit mir Französisch. Ihr Mann, Jean-Phillipp ist im Kirchenvorstand. Von Stil, Auftreten und Vokabular her, sind sie auch so, wir ich mir 'richtige Pariser' (Sie haben dort aber nur ca. 20 Jahre gelebt) vorstelle, edel und elegant, aber unglaublich bemüht. Nun ja, heute war Angelique krank. Mit ihren geschätzten 70 Jahren, darf sie das ja auch.

Mhm, ich werde nun mal zum Ende kommen. Denn ich weiß wie unglaublich lang lange Einträge sein können. Zusammenfassend kann man nämlich einfach sagen, dass ich mich hier Pudelwohl fühle, aber mich auch über jeglichen Besuch freue, sei es die Hilke, Stephan, oder Tobi und Caro (die am Sonntag nochmal spontan da waren).


Also liebe Grüße, et vive la France!Ja, die Fotos sollen den Test ein wenig auflockern. Aber ich bin mir sicher: Hilke wird das letztere lieben!!!

21.10.08 17:24

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marci / Website (23.10.08 21:16)
Wo ist die Anne und wer hat das geschrieben!?

:D


Alex / Website (1.11.08 16:55)
wow, das klingt alles in allem wirklich klasse
+ schöne Fotos : )
viel Spaß dir weiterhin und habe da eine schöne Zeit!

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